Rush Hour des Lebens – oder – Der Teufel im Detail

Manchmal habe ich das Gefühl, wenn unser Haus ein Mensch wäre, wäre es gerade zwischen 30 und 45 Jahre alt. Voll in der Rush Hour des Lebens. Die Kindheitsjahre sind noch ganz entspannt und sorgenfrei, von kleinen Ausrutschern mit dem Bagger mal abgesehen, die Ausbildung geht auch schnell voran und schon wird mit Hut auf dem Kopf, bzw. Richtbaum auf dem Dach, der Abschluss dieses Lebensabschnitts gefeiert. Und dann – man denkt an nichts böses – ist man plötzlich mitten drin im Chaos. Verpflichtungen aller Art, man soll Karriere machen und Geld verdienen, immer rechtzeitig die Steuererklärung einreichen, Rechnungen zahlen, Partnerschaft pflegen, evtl. Kinder bekommen und Häuser bauen. Und alles zur selben Zeit. Und im ganzen Chaos lässt sich nicht verhindern, dass man das ein oder andere in den Sand setzt.

So oder ähnlich fühlt es sich gerade mit dem Hausbau an. Der Rohbau war entspannt und auch die Zimmererarbeiten gingen zackig und ohne große Bedenken vonstatten. Dann geht es an die Details. Und da steckt ja bekanntlich … . Schon werden wild Löcher für Steckdosen gebohrt wo keine hin sollen, Sanitär-Abflussrohre durch Schlafzimmer oder Arbeitsplatten geplant (und dann wieder umgeplant), Elektroleitungen angebohrt, man schmeißt die Fliesenauswahl zum 3. Mal über den Haufen, macht 5 Angebots-Iterationen durch bis die Sanitärausstattung feststeht, das Treppengeländer vor dem Schlafzimmer wird an die Ränder des zu großen Lochs geschraubt, das erst noch zum Teil wieder zubetoniert werden muss und es werden Kunststoff statt Alu-Rollläden eingebaut. Nebenbei steigen die Zinsraten und die Rechnungen flattern weiter munter ins Haus, bzw. in die Noch-Wohnung, die man noch nicht kündigen kann weil der Einzugstermin noch nicht feststeht/ voraussichtlich nach hinten vom Soll abweichen wird.

Treppengeländer
In Blau: Das wieder zubetonierte Stück. In gelb: Die Halterungen für das Treppengeländer.

Und zu allem Überfluss scheißt uns kurz vor Einbau der Bautüren noch jemand in die noch nicht vorhandene Toilette und Jugendliche feiern im Rohbau Partys. Schön asozial. Nur für den Fall, dass einer der Betroffenen das hier liest: Die Dixi-Klos auf den Baustellen sind übrigens in den allermeisten Fällen NICHT ABGESCHLOSSEN und im Notfall hat wohl kein Bauherr etwas dagegen wenn sie benutzt werden.

Nochmal zur Wiederholung: DAS IST EIN DIXI-KLO!

Dixi Klo
Das ist ein Dixi-Klo

Die Abende und Wochenenden verbringt man u.a. damit die Positionen der Steckdosen und Lichtschalter an die Wand zu zeichnen.

Oder mit Logikrätseln wie: „Du hast ein rechteckiges Bad von 8 qm. In dieses Bad sollen eine Walk-In Dusche, eine Badewanne, ein Waschbecken, eine Toilette und ein Platz für eine Waschmaschine. Die Tür ist an der kurzen unteren Seite des Rechtecks. Rechts an der Wand befindet sich ein Fenster. Das Waschbecken kann nicht unter dem Fenster angebracht werden. Die Toilette kann doch nicht wie geplant an der linken Seite angebracht werden, weil es dann nicht genug Gefälle für das Abwasserrohr gäbe, sondern muss nach rechts. Badewanne und Waschmaschine sind ca. gleich breit und müssen deshalb auf der selben Seite des Raums sein, damit der Platz in der Mitte nicht zu klein wird. Finde eine mögliche Anordnung, in der die Waschmaschine nicht mitten im Raum steht.“

Bad im DG
8qm Raum des Logikrätsels. Hinten schon die Trockenwand für die Walk-In-Dusche.

Um’s kurz zu machen hier die Auflösung unserer zweistündigen Diskussion: Die Toilette muss wie geplant auf der linken Seite des Raums bleiben, eine andere Lösung gibt es nicht! Basta!

Und siehe da: 100 Punkte, 1 mit Sternchen. Das Klo kann doch links bleiben. Dafür wird jetzt eine Vertiefung in die Betondecke gefräst.

Das ist wohl der ganz normale Hausbau-Wahnsinn.

Mal schauen was die Haus-Midlife-Crisis noch an Überraschungen bringt. 😉

 

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Richtfest – Dichtfest – Rückblick

Nach längerer Schaffenspause (hauptsächlich bei mir, nicht bei den Handwerkern ;-), geht es hier nun wieder weiter mit Updates zum Verlauf.

Zwischenzeitlich, nämlich schon am 29. März, hatten wir Richtfest. Bei unseren Nachbarn waren Dach drauf und Fenster drin, d.h. es war ein Dichtfest wenn ich das richtig interpretiere. Erst hieß es optimistisch unser Dach würde schon einige Tage vorher fertig werden, aber schlussendlich war es eine Punktlandung. Am Morgen des 29. März glänzte unser Dach noch mit Abwesenheit, am Nachmittag war dann das Gebälk montiert und das Richtbäumchen schon an der höchsten Stelle angebracht.

Rechtzeitig zum Anstoßen wurde auch die Bautreppe fertig, so dass wir bei den Führungen durch’s Haus keinen mehr auf Leitern klettern lassen mussten. Das Geländer bleibt und wird am Ende nur gestrichen und bekommt einen Handlauf. Die Stufen werden am Schluss kurz vor Einzug dann komplett ausgetauscht.

Der Zimmerer sagte zur Eröffnung von oben seinen Segensspruch. Zur Feier der Stunde konnten wir sogar den Baggerfahrer vom Nachbargrundstück dazu bewegen kurz den Motor auszuschalten. Was genau die Worte waren kann ich leider trotzdem nicht mehr rekapitulieren. Jedenfalls ging am Ende das geworfene Glas zu Bruch. D.h. alles wird gut. 🙂 Hoffentlich… .

Da Baubetreuung Kress in unserer Region keinen festen Caterer hat, haben wir die Organisation des Richtfests selbst übernommen und die Rechnung wurde dann von Kress beglichen. Wir hatten Glück und konnten einen guten Freund für das Catering gewinnen, der auch wirklich keinen kulinarischen Wunsch offen gelassen hat.

Es gab zu Essen:

  • Linseneintopf mit Rindfleisch
  • Würstchen
  • Grünen Salat
  • Tomatensalat mit Schafskäse
  • Kartoffelsalat
  • Nudelsalat
  • Zwei Sorten belegte Brötchen
  • und dann noch 4 verschiedene Kuchen, größtenteils gespendet von meiner Mutter

An Getränken:

  • 2 Kisten Bier
  • Wasser
  • Mehrere Flashen Sekt (mit und ohne Alkohol)
  • Ein paar Flaschen Softdrinks
  • Orangensaft, Apfelsaft
  • Kaffee
  • Tee
  • Milch

Die blanken Bierzeltgarnituren (4 Tische mit Bänken zum Sitzen + 2 Tische für’s Buffet)  waren eine top Gelegenheit die Reste unserer Hochzeitsdeko sinnbringend einzusetzen. Außerdem hatten wir weiße Papiertischdecken von der Rolle, Teelichter, ein paar Gänseblümchen als Tischdeko, außerdem so kurz vor Ostern noch Schokoeier und Schoko-Osterhasen als essbare Deko.

Was hatten wir sonst noch dabei (als Anregung für alle, die noch ein Richtfest planen):

  • Zwei kleine Heizlüfter damit man sich bei maximal 15°C nicht allzu schnell den Hintern abfriert (leider war irgendwann der Strom weg…)
  • Alufolie zum Einpacken von Resten
  • Herdplatte zum Warmhalten des Eintopfs/ der Würstchen
  • Streichhölzer
  • Wasserkocher
  • Extra Klopapier, ein paar flaschen Leitungswasser + Seife zum Händewaschen
  • Müllsäcke
  • Kaffeemaschine für Nachschub
  • Plastikbesteck, Einwegteller, Einwegschälchen, Plastikbecher, Plastik-Sektflöten
  • Servietten
  • Tortenheber, Salatbesteck, Würstchenzange…

Es war eine tolle Feier und wir haben trotz der Kälte von 15:00 Uhr bis 20 Uhr durchgehalten (Skihose sei Dank). Am Ende haben es unsere 45-50 Gäste inkl. Handwerker aber nicht annähernd geschafft das Buffet leer zu machen – außer den Sekt. 😉

 

Die letzten Steine liegen (fast)

Betonmischer statt GrillDer Winter ist vorbei und bei uns nähern sich auch die Maurerarbeiten dem Ende. Die Steine sind fast aufgebraucht und wir konnten vor kurzem den ersten Blick von unserer Dachterrasse genießen. Herrlich! Aktuell steht da oben (im Treppenhaus) noch ein Betonmischer statt ein Grill, aber es geht schon in die richtige Richtung.

Hier die zukünftige Dachterrasse:

 

Provisorische Treppe ins OG (später andere Richtung): Weiterlesen „Die letzten Steine liegen (fast)“

Neueröffnung Schlittschuhbahn auf drei Etagen

Tja – diese Woche war es soweit. Unser erster winterbedingter Baustopp. Bei diesen Temperaturen waren nur ein paar wenige vorbereitende Tätigkeiten möglich. Betonieren soll bis ca. -4°C möglich sein (dann auch schon nur mit Zusätzen) und beim Mauern liegt die Minimaltemperatur wohl über 0°C. Und unser Elektriker meinte heute noch, dass Elektrokabel nur über 4°C verlegt werden dürfen, weil das Isoliermaterial sonst zu steif wird und beim Biegen schnell mal ein gefährlicher Bruch entsteht.

Winter auf der Baustelle:

Der Hausbau stockt also gerade, dafür haben wir jetzt eine 1A Schlittschuhbahn. Schlitterspaß auf drei Etagen mit Stolperfallen und Löchern für den extra Nervenkitzel. Wenn das nichts ist. Und wenn wir Eintritt nehmen, ist vielleicht sogar am Ende eine spülrandlose Luxus-Toilette mehr drin. 🙂 Wie sagt meine Mutter immer so schön: „Wer weiß wozu’s gut ist.“

Schlittschuhbahn_2

 

Wer will fleißige Handwerker sehen…

… der kann gern an unserer Baustelle vorbeischauen. OK – vielleicht nicht gerade am heiligen Sonntag, da trifft man dort eher vorfreudige Bauherren mit Metermaß und Kamera an. Aber an den restlichen Tagen der Woche gab es reges Treiben und das Trotz anhaltend grau-kaltem Wetter (so langsam denke ich darüber nach, mal wieder auf einem Bild einen blauen Himmel zu faken…).

Hier wird die EG-Decke betoniert und das Gerüst aufgestellt:

Stein auf Stein… und schon stehen die Wände im ersten Stock. Zuerst kommen immer die Außenwände und gestern ging’s an die Innenwände. Wenn alles gut läuft, kommt im Laufe der nächsten Woche schon die nächste Decke drauf.

Das Häuschen wird bald fertig sein. 🙂

… OK, ein paar Kleinigkeiten sind noch zu tun… . Das Wohnzimmer ist z.B. noch etwas unwohnlich:

Noch nicht ganz wohnlich

Dieses Loch wird mal eine Treppe vom EG ins OG:

Das wird mal die Treppe.

Und unser aktueller „Schlafzimmerblick“:

Schlafzimmerblick

In einer Last-Minute-Entscheidung haben wir gestern noch festgelegt, dass eine Wand zwischen kleinem Bad und Flur im OG doch lieber in Trockenbauweise gebaut werden soll. Dann kann die Installation weitgehend in der Wand verschwinden und wir haben etwas mehr Platz im kleinen Bad.

Also es geht voran. Zwar nicht mit Richtfest vor Weihnachten, das war im Nachhinein doch etwas unrealistisch, aber hoffentlich Ende Februar/Anfang März. 🙂

Und zum Abschluss dieses Posts doch noch EIN Bild mit (ansatzweise) blauem Himmel und noch nicht mal gefakt 🙂 :

Da ist er, der blaue Himmel. Wände OG.

Sturm gegen Mauer – EG

Dieses Kräftemessen haben die Mauern größtenteils gewonnen. Aber nur größtenteils. Eine frisch gemauerte Nordwand hat den Kampf verloren und fiel (zum Glück weich und ohne Menschenkontakt) in die frisch verfüllte Erde:

1zu0_Wind_gegen_Mauer_small

Und ein Bagger, der die Erde wieder verfüllen sollte, hat zwischendurch auch noch Weiterlesen „Sturm gegen Mauer – EG“

Ganz dicht (ohne „nicht“) – Im Zeichen des Kellers

Zurück von der Weihnachtspause ging es dieses Jahr gleich zackig weiter. Die ersten zwei Wochen des Jahres standen noch fast komplett im Zeichen des Kellers. Dass es so lange dauert, hätte ich gar nicht gedacht. Aber laut unserem Rohbauer – Herr Wolf (mit dem wir übrigens super zufrieden sind 🙂 ) – sollen ca. 60% der Zeit beim Rohbau für den Keller draufgehen. Das lässt auf einen zügigen Fortschritt beim Rest hoffen. Jetzt aber der Reihe nach.

Der Stand am Ende des letzten Jahres waren aufgestellte und verbundene Betonwände, die in der Mitte mit Beton ausgegossen wurden und mit Decke obendrauf. So wirklich vertrauenserweckend dicht sah das Ganze noch nicht aus. Es gab doch einige kleine Spalten und Ritzen u. a. bei den Nahtstellen zwischen den Betonelementen und am Übergang zur Bodenplatte unter den Fenstern.

Zu Anfang der Arbeiten in diesem Jahr wurde die komplette Wand mit einer Imprägnierung überzogen. Sie hat einen leichten „Teint“ bekommen:

Imprägnierung_small

Die Ritzen (hauptsächlich zur Bodenplatte hin) wurden Weiterlesen „Ganz dicht (ohne „nicht“) – Im Zeichen des Kellers“